Alle haben einen Beckenboden, auch du
Beckenboden — da denken viele zuerst an Schwangerschaft und Rückbildung. Und damit vor allem an cis Frauen (cis bedeutet: eine Person identifiziert sich mit dem Geschlecht, das ihr*ihm bei der Geburt zugewiesen wurde). Dabei haben alle Menschen einen Beckenboden. Und es lohnt sich, ihn besser kennenzulernen.
Anhand von Beckenbodenmodellen können wir das Unsichtbare sichtbar und verständlich machen.
Was ist der Beckenboden?
Der Beckenboden ist eine Muskelschicht im Körperinneren des Beckens. Jede Person hat einen Beckenboden, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Lebenssituation. Er arbeitet im Hintergrund und ist von außen nicht sichtbar. Und genau das macht ihn so spannend:
Er kontrolliert Blase und Darm – sorgt also dafür, dass Urin oder Pupse gehalten werden können und wir bewusst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für den Gang zur Toilette ist.
Er besteht auch aus Bindegewebe, trägt die inneren Organe und stabilisiert zusammen mit Bauch, Rücken und Zwerchfell die Körpermitte.
Er spielt eine wichtige Rolle bei Sexualität – ein zusätzlicher Motivationsschub für viele, sich mit ihm zu beschäftigen.
Dein Beckenboden sorgt für dein Wohlbefinden
Wenn der Beckenboden gut arbeitet, stärkt das unser Wohlbefinden im Alltag. Beschwerden wie Inkontinenz, Schmerzen im Beckenbereich oder Senkungsbeschwerden können mit dem Beckenboden zusammenhängen. Das betrifft nicht nur Personen in und nach Schwangerschaft, sondern kann in allen Lebensphasen auftreten – bei jungen wie bei älteren Menschen.
Ja, es gibt Variationen in der Anatomie, die in der Regel in der Medizin rein binär weiblich oder männlich zugeordnet werden – zum Beispiel welche äußeren Genitalien vorliegen oder wie die Organe im Becken liegen, der Kontinenzmechanismus oder die Breite der Beckenknochen. Auch bestimmte Beschwerden können mit spezifischen Organen oder hormonellen Veränderungen verbunden sein. Details dazu folgen in weiteren Blogbeiträgen. Hier möchte ich vor allem betonen: Wir alle profitieren davon, den Beckenboden besser zu kennen. Das erspart Stress rund um Toilettengänge und Schmerzen, unterstützt das Selbstbewusstsein in der Sexualität und schenkt uns Stabilität in der Körpermitte.
So spürst du deinen Beckenboden
Übung
Der erste Schritt, den Beckenboden kennenzulernen, ist: Hinspüren. Am besten geht das, indem du ihn anspannst und wieder entspannst. Eine kleine Übung für den Alltag: Stell dir vor, du möchtest einen Pups zurückhalten und dabei den Anus sanft verschließen und nach vorne-oben anheben. Das kannst du im Sitzen, Stehen oder sogar unauffällig unterwegs ausprobieren.
Was tun, wenn ich nichts spüre oder verkrampfe?
Solltest du den Beckenboden nicht spüren können oder bist du am ganzen Körper verkrampft, dann lohnt es sich, an dem Thema weiter dranzubleiben – auch wenn du jetzt noch keine der oben genannten Beschwerden hast. Du kannst den Problemen vorbeugen, indem du dich jetzt damit auseinandersetzt und deinen Körper noch besser verstehst.
Ich bin für dich da
Als spezialisierte*r Beckenbodentherapeut*in begleite ich Personen, die Inkontinenz, Beckenschmerzen und Senkungsbeschwerden vorbeugen oder behandeln wollen und blicke mittlerweile auf 10 Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurück.